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Lebendige Vielfalt im A3-Bogenoffsetmarkt

Das A3-Format im Bogenoffset bildet für die grafische Branche der Schweiz eine wichtige Stütze. Unternehmer behaupten sich in diesem Segment mit individuellen Geschäftsmodellen erfolgreich. Im Rahmen einer von Heidelberg Schweiz durchgeführten A3-Fokus-Reihe gewährten drei Druckereibetriebe Einblick in ihr unternehmerisches Wirken.

Das tragende Fundament
Im Bogenoffset ist das A3-Format vorherrschend. Inhabergeführte Kleinbetriebe dominieren den Markt mit einem Anteil von über 90 Prozent. Diese Unternehmen sind das tragende Fundament der Branche, und sie spielen bei der Frage, wie und wohin sich das Druckereigewerbe entwickeln wird, eine zentrale Rolle. Von grosser Bedeutung ist das Vermögen, sich im Markt mit klaren Leistungsprofilen zu positionieren. Heidelberg Schweiz konnte drei Vertreter mit unterschiedlichem Hintergrund dazu gewinnen, sich zu öffnen und zu den Möglichkeiten der Kleinen der Branche Stellung zu nehmen. Mit der Reprotec AG in Cham, der RB Druck AG in Schenkon und der Druckerei Ennetsee AG in Hünenberg war ein breites Themenspektrum, das viele Druckereiunternehmer beschäftigt, abgedeckt.
Steven Heusser, Reprotec AG: «Wenn spezielle Bedruckstoffe, Sonderfarben oder Veredelung verlangt sind, gibt es zum Offsetdruck keine Alternative.»
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Massgebende Kriterien
Bei der Reprotec AG in Cham koexistieren der Digital- und der Offsetdruck seit der Gründung des Unternehmens. Im A3-Format wird auf einer Speedmaster SM 52-5 und auf einer imagePRESS C6000 von Canon produziert. Währenddem die digitale Drucktechnik für Kleinstauflagen und für die Ausgabe von Dokumenten mit variablen Daten zur Anwendung kommt, bleibt der Offsetdruck bei höheren Auflagen und für Druckaufträge in High-End-Qualität das unangetastete Verfahren. Digitaldruck und Offsetdruck allein aufgrund der Auflagen voneinander abzugrenzen ist gemäss dem Geschäftsführer Steven Heusser allerdings ein problematisches Unterfangen. Oft sind ganz andere Kriterien für die Wahl des Druckverfahrens massgebend. Wenn spezielle Bedruckstoffe, Sonderfarben oder Veredelung verlangt sind, gibt es zum Offsetdruck keine Alternative. Und es käme durchaus vor, dass 50 bis 100 Exemplare auf der Speedmaster SM 52-5 gedruckt würden.

Demgegenüber sind bei reinen Prozessfarben auf Standardpapiere angewandt der Digital- und der Bogenoffsetdruck aus Sicht von Reprotec einander ebenbürtig. «Wir haben auch schon 500er-Auflagen auf dem Drucksystem von Canon produziert», bestätigt Steven Heusser, «beide Maschinen liefern auf der Grundlage des Prozessstandards Offset identische Druckergebnisse». Überhaupt: die drucktechnischen Mittel sind Mittel zum Zweck, und für Steven Heusser steht fest: «Der Kunde will ein Endprodukt, das seinen Anforderungen entspricht. Das Druckverfahren interessiert ihn nicht, diese Auswahl zu treffen ist die Aufgabe unserer Fachleute.»

Individualisierung kaum genutzt
Eine der herausragenden Stärken digitaler Druckverfahren ist der variable Datendruck bzw. die Individualisierung von Druckerzeugnissen bei einem theoretisch möglichen Austausch des gesamten Seiteninhalts. Mit einem Anteil von 5 bis 10 Prozent am gesamten Digitaldruckvolumen sind die Möglichkeiten von Reprotec bis heute allerdings ungenügend genutzt. Die technischen Voraussetzungen wären grundsätzlich erfüllt. Die Kunden aber, so Steven Heusser, seien bis heute zu einem grossen Teil nicht in der Lage, Daten zu liefern, die dahingehend aufbereitet sind, um eine Druckauflage mit variablen Inhalten hinsichtlich Text, Grafik und Bild zuverlässig produzieren zu können.

Für Reto Badertscher von der RB Druck AG ist die neue Speedmaster SM 52-5 ein gutes Stück Lebensqualität.
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Wo das Handwerk zählt
Reto Badertscher, Gründer und Inhaber der RB Druck AG in Schenkon, nennt seine Druckerei eine Werkstatt. Sie ist zwar mit neuster Technik ausgestattet, was für Reto Badertscher aber zählt, ist das Handwerk, aus welchem ganz besondere Drucksachen für seine anspruchsvolle Kundschaft hervorgehen. Das vierköpfige Unternehmen ist im oberen Qualitätssegment positioniert und entsprechend professionell aufgestellt. «Unser Schwerpunkt liegt klar auf dem Druckprozess. Für die Gestaltung und Weiterverarbeitung pflegen wir eine Zusammenarbeit mit Partnern. Das wird gegenüber unseren Kunden auch offen kommuniziert. Der enge persönliche Kontakt ist insofern wertvoll, als hier Fachleute von A bis Z beteiligt sind und die Gestaltung einer Drucksache immer auf ihre druck- und weiterverarbeitungstechnische Machbarkeit hin überprüft werden kann», so Reto Badertscher.

Ein Stück Lebensqualität
Als vor rund zwei Jahren in die CtP-Technologie investiert wurde, war für Reto Badertscher von Anbeginn klar, dass nur ein Belichter mit automatischer Plattenzuführung in Frage kam. «Automation ist nicht eine Frage der Betriebsgrösse, sondern eine Notwendigkeit», sagt er. Indem er und sein Team sich in Ruhe den wirklich produktiven Arbeiten zuwenden, produziert der Suprasetter A 52 ATL selbständig im Hintergrund. «So war die Mehrinvestition für den Autotop Loader schnell amortisiert», hält Reto Badertscher fest. Im Offsetdruck ist der Gewinn durch moderne Technik ebenso offensichtlich. Direkt neben der rund 10-jährigen Vierfarben-Printmaster produziert seit wenigen Monaten eine neue Speedmaster SM 52-5. Dank der umfassenden Automation und ihrem Bedienkomfort ist sie nach den Worten von Reto Badertscher «ein gutes Stück Lebensqualität». Bei seiner Betriebsgrösse und der anspruchsvollen Auftragsstruktur zählen der enge Kundenkontakt und die persönliche Beratung seit jeher als starke Argumente. Die neue Speedmaster SM 52-5 verleiht ihm dazu den geforderten Freiraum. Auch aus Sicht der Produktivität und der Einsatzvielfalt hat die RB Druck AG mit ihrer neuen Fünffarbenmaschine einen grossen Sprung getan. Die Dauer eines Auftragsdurchlaufs schätzt Reto Badertscher vom Früher zum Jetzt auf die Hälfte der Zeit, abgesehen davon, dass Druckarbeiten auch bei einem sichtbar gestiegenen Schwierigkeitsgrad mit ungleich höherer Qualitätssicherheit und einer grossen Gelassenheit ausgeführt würden. Den Beweis hierzu lieferte Reto Badertscher mit dem Einrichten und Druck eines Bogens seiner neuen Image-Broschüre auf 350-Gramm-Qualität, unter den kritischen Blicken der Gäste.

Armin Nussbaumer, Druckerei Ennetsee AG: «Im Vergleich zum Digitaldruck sind wir ab Auflagen von 300 Exemplaren mit der Anicolor schneller und profitieren von der hohen Qualität, wie sie dem Bogenoffsetdruck eigen ist.»
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Vollständige Prozessintegration
Als einer der innovativen grafischen Betriebe wird die Druckerei Ennetsee AG in Hünenberg bezeichnet. Mit der im November 2007 installierten Speedmaster SM 52-4+L Anicolor war sie der erste Anwender der Kurzfarbwerktechnologie von Heidelberg in der Schweiz. Ihren Ruf als stark fortschrittsorientiertes Unternehmen festigte die Druckerei Ennetsee AG mit der kurz darauffolgenden Prozessintegration. 

Gemäss dem Inhaber Armin Nussbaumer ist man das Thema JDF pragmatisch angegangen. Nachdem Prinect Prinance installiert und man mit der Avor und Kalkulation auf dem MIS vertraut war, folgte die Anbindung der Anicolor-Druckmaschine. Der erfolgreiche Abschluss dieses ersten Integrationsschritts führte zur raschen Ausweitung der JDF-Workflow-Lösung auf die Druckvorstufe. Gleichzeitig wurde die Plantafel Prinect Scheduler installiert. Die Integration mit automatischem JDF/JMF-Informationsaustausch bis und mit Weiterverarbeitung soll im Herbst 2010 abgeschlossen sein. Auf jenen Maschinen, die sich generationsbedingt nicht in den Workflow integrieren lassen, wird über BDE-Terminals rapportiert.

Vorteile Qualität und Geschwindigkeit
Als vor drei Jahren die Investition in ein neues Drucksystem angestanden hatte, überlegte sich Armin Nussbaumer sehr genau, ob er sich für den Bogenoffset oder den Digitaldruck entscheiden sollte. Weshalb fiel die Wahl auf das Offsetverfahren? Armin Nussbaumer begründet: «Im Vergleich zum Digitaldruck sind wir ab Auflagen von 300 Exemplaren mit der Anicolor bedeutend schneller und profitieren von der hohen Qualität, wie sie dem Bogenoffsetdruck eigen ist.

Hier ist der Offsetdruck nach meiner Einschätzung immer noch das Mass der Dinge und bietet eine unübertroffene Flexibilität bei der Bedruckstoffwahl. Die Maschine produziert einwandfrei, wir würden uns sofort wieder für diese Technologie entscheiden». Armin Nussbaumer gibt aber zu bedenken: «Der Geschwindigkeitsvorteil mit der Anicolor-Maschine kommt nur dank dem Lackierwerk zum Tragen, indem wir mit den trockenen Bogen sofort in die Weiterverarbeitung gehen können.» Mit Anicolor hat sich die Druckerei Ennetsee für eine Technologie entschieden, die als Skala-Maschine kompromisslos gute Resultate liefert. Den Einwand, wonach in der Vorstufe perfekte Arbeit geleistet werden muss, da im Farbwerk keine zonalen Korrekturen mehr möglich sind, lässt Armin Nussbaumer nicht gelten: «Die Druckvorstufenarbeit muss immer stimmen, unabhängig davon, ob mit konventionellem oder mit einem Anicolor-Farbwerk gearbeitet wird. Kein Drucker, der im Markt bestehen will, kann es sich heute leisten, mangelhafte Lithographiearbeit im Farbwerk der Druckmaschine zu korrigieren.»

 
Bogenoffsetmaschinen von Heidelberg Schweiz

Die Heidelberg Schweiz AG ist führender Lieferant der Schweizer Printmedienindustrie. Wir bieten Kunden aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein ganzheitliche Lösungen aus einer Hand. Unsere Produkte- und Dienstleistungspalette reicht von Kalkulations-, Datenmanagement-, Colormanagement- und Workflowlösungen (Prepress) über leistungsfähige Bogendruckmaschinen (Press) bis hin zu Produkten für die Druckveredelung und Druckweiterverarbeitung (Postpress). Heidelberg Schweiz ist auch Ihr Partner für die entsprechenden Verbrauchsmaterialien. Mehr

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